Steinbrück macht’s (…besser?)

Lange hat die deutsche Journalistenschar die drei Frontmänner der SPD mit der Frage gepiesackt, wer denn nun die Kanzler-Kandidatur für die Bundestagswahl 2013 übernimmt. Jetzt steht es fest.

Am Freitag dem 21. September war es soweit, als Parteichef Sigmar Gabriel, flankiert von Fraktionschef Frank Walter Steinmeier und Peer Steinbrück, endlich bekannt gab, dass er Steinbrück dem SPD-Präsidium als Kanzlerkandidaten vorschlagen wolle. Nachdem der am 1. Oktober einstimmig gewählt wurde, kann der Wahlkampf jetzt also offiziell beginnen. Wie ist die Sache nun zu bewerten: War Steinbrücks Nominierung taktisch klug oder eher ein überhasteter Fehler?

Die nächste Bundestagswahl wird, da bin ich mir sicher, an der Europapolitik entschieden werden. Die Probleme rund um den Euro sind immer noch das Geschehen, was die Medien beherrscht und auch zunehmend die politischen Gedanken der deutschen Bürger bewegt (zur Umfrage auf statista.com). Nur wer auf diesem Gebiet punkten kann, wird auch die Wahl gewinnen können. Die Kanzlerin hat diese Bühne bisher bestens für sich nutzen können. Auch wenn anfangs viele Kommentatoren von Merkels Zaudern sprachen und über ihre „kleinen Schritte“ spotteten, so hat sich doch meines Erachtens nach das positive Bild der eisernen Kanzlerin festgesetzt, die die Forderungen anderer europäischer Staaten, nach noch mehr finanzieller Unterstützung, so gut es ging, ablehnte, um das Geld und die Interessen der Deutschen zu schützen. So fanden im Juli auch 63 Prozent der Befragten, dass Angela Merkel ihren Job in der Eurokrise mindestens eher gut macht (statista.com).

Wenn man die Bürger zu der vermuteten Kompetenz der Parteien zu dieser Problematik befragt, sieht es für die SPD gar nicht gut aus: Nur 17 Prozent der Deutschen trauen ihr zu, die Stabilität des Euros zu gewährleisten; 48 Prozent dagegen der CDU (statista.com). Als ehemaliger Finanzminister dürfte Peer Steinbrück dieses Meinungsbild wohl noch am ehesten zugunsten der SPD herumreißen können. Als wirtschaftsnaher Parteirechter, der in Zeiten der Finanzkrise 2008 in der großen Koalition Finanzminister war, hat er sich schon als krisentauglicher Fachmann erwiesen. Steinmeier kann ihm da als ehemaliger Außenminister und jetziger viel zu stiller Oppositionsführer nur wenig entgegensetzen – von Sigmar Gabriel ganz zu schweigen. Aus diesem Blickwinkel ist Steinbrück somit sicher eine gute Wahl.