Satire (muss auch mal sein!) – Fancellos Brief an Uli Hoeneß – Der geliebte Steuervermeider

Mario Fancello ist nun wirklich ein Mann der Raison und der Duldsamkeit. Beschweren tut er sich nur, wenn es gar nicht anders geht. Vom lynchenden Facebook-Mob hält er dabei nicht viel. Shitstorms? Nein danke, wie ordinär! Wenn ihm etwas missfällt, dann tut er, was der deutsche Wutbürger seit jeher zu tun pflegte: Er schreibt einen Brief. 

Mario Fancello
48149 Münster
-Germany-

 

Uli Hoeneß GmbH
Freihaus 3
83707 Bad Wiessee

                                                                                                                  Münster, 17.11.2013

 

Betr.: Ihre „Steueraffäre“

 

Sehr geehrter Herr Hoeneß,

ich muss Sie ein wenig bewundern. Sie hinterziehen Steuern in einem nicht unbeträchtlichen Rahmen. Es kommt ans Licht, Sie versuchen sich in einer Selbstanzeige, die Aufgrund irgendwelcher Gründe wohl nicht ganz greift, und jetzt geht’s vor Gericht. Dann stellen Sie sich bei der Hauptversammlung des FC Bayern auf die Bühne, heulen und flennen Rotz und Wasser, Ihre Fans jubeln und applaudieren, auf der Straße befragt heißt es: „Aber er ist doch unser Präsident, ohne ihn wäre Bayern nichts“. Ihre Fans, die für eine Jahreskarte für Bundesliga Heimspiele zwischen 140 und 750 Euro zahlen und sich das oft lange zusammensparen, die Fans, die Sie mit der Steuerhinterziehung betrogen haben, die Fans, die brav Steuern gezahlt haben, weil sie gar keine Möglichkeit haben so richtig Steuern zu „vermeiden“, die jubeln Ihnen zu.

Wie haben Sie das geschafft? Aber im „Mia san Mia“-Land scheint der Rechtsstaat, scheint das Gesetz nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. „Der Uli ist doch ein guter Kerl“. Aber hey, ich sag Ihnen was. Die Zeit heilt alle Wunden. Auch bei Ihnen. Sie werden wahrscheinlich mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Dann werden Sie zur Winterzeit wieder in dem schönen Haus am Tegernsee, am offenen Kamin sitzen, während Ihre Fans nach einem Stadionbesuch, in überfüllten Zügen nach Hause fahren, um sich dann auf einer abgewetzten Ledercouch das Spiel mit einer Flasche Erdinger noch einmal durch den Kopf zu gehen lassen. Natürlich mit einem schönen Bayern-Fan-Schal um den Hals. In der Wohnung ist es nämlich kalt, weil die Heizkosten so hoch sind. Sind aber auch selbst Schuld, wenn sie zu blöd sind Steuern zu sparen.

 

Herzlichst Ihr

Mario Fancello